IGfM macht Workshop auf "Global Media Forum" der Deutschen Welle

Vorstand des Netzwerk Cubas schreibt offenen Brief an die Deutsche Welle

tl_files/Bilder/newsletter/briefkopf-nw.jpg

Offener Brief des Vorstandes des Netzwerk Cubas

 

An die

Deutsche Welle

BONN

 

20. Juni 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

in wenigen Tagen findet das „Deutsche Welle Global Media Forum“ in Bonn statt. Teil des Programms wird am 26.7. eine Veranstaltung sein, die von der IGfM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, Frankfurt/M.) verantwortet ist. Darin geht es vermeintlich um "Bildung - Bürgerrechte - Partizipation". Wir sind schockiert, dass ein solcher Programmpunkt von dieser umstrittenen Organisation im Rahmen des GMF der DW angeboten werden kann.

Aufgrund unserer langjährigen und umfangreichen Erfahrungen mit Cuba ist uns und unseren bundesweit über 40 Mitgliedsgruppen die IGfM als stark ideologisch tätige, ausschließlich antikommunistisch agierende Organisation bekannt. Die vor 40 Jahren mitten im Kalten Krieg gegründete IGfM geht z.B. sehr intensiv gegen Cuba vor, arbeitet ausschließlich mit „Fakten“ aus der exilcubanischen Szene in Miami und aus von ihr finanzierten Kreisen (statt Betroffenenkreisen) in Cuba. Offizielle, unabhängige oder wissenschaftliche Informationen werden ignoriert und verschwiegen. Aufgrund dieser auch gegen andere Länder verwendeten Praktiken verurteilte Ende der 1980er Jahre die UN-Vollversammlung die IGfM sogar wegen sogenannter „dunkler und verleumderischer Desinformationskampagnen“ und entzog ihr den offiziellen Beobachterstatus. Von anderen Menschenrechtsorganisationen und -expertInnen wird die IGfM weder zitiert noch anderweitig mit ihr kooperiert.

Bei der IGfM-Veranstaltung im Rahmen Ihres GLOBAL MEDIA FORUM gehören zu den „internationalen Gästen“ über Cuba ausschließlich SystemgegnerInnen, die bekanntermaßen ihre höchst subjektive und unseres Wissens unzutreffende Sicht der Lage in Cuba zum Besten geben werden. Eine ausgewogene, differenzierte und faire Diskussion wird dadurch unmöglich gemacht – und ist wohl wie immer von der IGfM auch gar nicht angestrebt.

Wir möchten Sie bitten, dem Veranstalter des Workshops – der IGfM – nahe zu legen, zusätzliche Expertise zuzulassen oder zumindest die Standards solcher Veranstaltungen einzuhalten und hinreichend Zeit für Diskussionen zu ermöglichen, um anderen Sichtweisen Raum zu geben statt nur ideologische Verlautbarungen abzugeben. Vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Vorstand des Netzwerks Cuba

Zurück