2016

von Sirko Matz

Beziehungen EU Kuba auf Augenhöhe gestalten

Das Netzwerk Cuba e.V., ein Zusammenschluss von 40 in Deutschland aktiven Kuba-Solidaritätsgruppen,
begrüßt das neue Dialogabkommen zwischen der EU und Kuba. Es ist ein Abkommen,
das im Wesentlichen die langjährigen Forderungen Kubas nach einer Gleichrangigkeit
beider Partner und eines Dialogprozesses auf Augenhöhe nachkommt. Dies kann die Zusammenarbeit
Kubas und Deutschlands entschieden verbessern. Jetzt kommt es darauf an, dass
die nationalen Parlamente der EU Staaten dieses Abkommen ratifizieren. Auch der Deutsche
Bundestag muss hier Farbe bekennen.
Felder einer Zusammenarbeit bestehen insbesondere bei der Gestaltung eines effizienteren
Landwirtschaftssektors und bei der Stärkung des nachhaltigen Energiesektors - auf die Kuba
selbst Schwerpunkte gesetzt hat. Kooperationen im Bildungsbereich sowie im Gesundheitswesen
sind ebenfalls sinnvoll, und hier können Deutschland und Europa viel lernen und Kuba
z.B. dabei unterstützen, seine internationalistische medizinische Hilfe für die ärmsten Länder
Afrikas und Lateinamerikas auszubauen.
Die Gespräche über ein Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kuba sind bisher aufgrund
der deutschen Weigerung, Souveränitätsrechte Kubas anzuerkennen, bedauerlicherweise ins
Stocken geraten. Sie sollten unter Berücksichtigung der Nichteinmischung in die staatliche
Souveränität Kubas fortgesetzt werden. Die Präsenz deutscher Industrieunternehmen in Kuba
sowie Investitionen entsprechend den nationalen Bedarfen und Perioritäten Kubas, die in den
nationalen Entwicklungsplänen formuliert sind, sind verbesserungsbedürftig.
Damit es den Menschen auf Kuba weiter besser geht, und die Wirtschaft noch leistungsstärker
wird braucht Kuba seine gesellschaftliche Ordnung selbstverständlich nicht zu verändern, der in
vielen Bereichen erfolgreiche Sozialismus steht in Kuba nicht zur Disposition. Soziale Gerechtigkeit,
die Weiterentwicklung und Vertiefung der partizipativen sozialistischen Demokratie, sowie
eine friedliche Außenpolitik für einen lateinamerikanischen Raum des Friedens sind gute Felder
der Zusammenarbeit.
Die Bundesregierung hat nun erst noch zu beweisen, dass sie an einer realen Verbesserung der
Beziehungen zu Kuba unter Anerkennung der kubanischen Souveränität interessiert ist. Die
nach dem Tod von Fidel Castro von der Bundesregierung getätigten Aussagen, die von mangelndem
Respekt und mangelnder Sensibilität gegenüber dem kubanischen Volk zeugen, lassen
daran aber leider erhebliche Zweifel aufkommen. Während ganz Lateinamerika und weite
Teile der Länder der Dritten Welt um Fidel trauerten, und selbst US Präsident Obama anerkennende
und einfühlsame Worte für Fidel fand, verharrte die deutsche Bundesregierung in ihrer
antikommunistischen Starrhaltung und überbrachte keine angemessene Kondolenz.

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von Sirko Matz

Ehrendes Gedenken an Fidel am 4. Dezember 2016 in Berlin


Kubafahnen vor dem Kanzleramt in Berlin

Das Bundeskanzleramt: Ein ungewöhnlicher Ort für eine Kuba-Veranstaltung. Aber wir hatten diesen Ort ganz bewusst gewählt: Wir wollten darauf aufmerksam machen, dass die deutsche Bundesregierung bis heute nicht den Anstand hatte, der kubanischen Regierung, dem kubanischen Volk und den Angehörugen Fidel Castros eine würdevolle Beileidsbekundung auszusprechen.

Rund einhundert Kubafreunde hatten sich vor dem Bundeskanzleramt eingefunden, um am heutigen Tag der Beisetzung Fidels in Santiago de Cuba dieses großen Revolutionärs, Internationalisten und langjährigen Präsidenten der Republik Kuba zu gedenken. Mit Kubafahnen, den Symbolen der Bewegung 26. Juli, mit Fotos des Comandante zeigten die Kubafreunde aus den verschiedenen Solidaritätsgruppen ihre Anteilnahme und demonstrierten zugleich die Geschlossenheit der Solidaritätsbewegung und den Willen, die Solidarität mit dem sozialistischen Kubas fortzusetzen.

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von Sirko Matz

Hasta Siempre, Comandante!

Zum Tod von Fidel Castro Ruz
Mit tiefer Trauer haben das cubanische Volk und seine Freundinnen und Freunde in ganz
Amerika, in aller Welt, und damit auch die Cuba-Solidaritätsbewegung in der BRD zur
Kenntnis nehmen müssen, dass am gestrigen Freitagabend, dem 25. November 2016 der
Comandante en Jefe de la Revolución Cubana, Fidel Castro Ruz, verstorben ist.
Mit dem Tod von Fidel Castro verliert die Menschheit eine Persönlichkeit von höchstem
Format. Die historische Leistung des cubanischen Volkes und seiner Revolution von 1959
unter der Führung von Fidel Castro haben auch fortschrittliche, linke, sozialistische und
kommunistische Menschen im imperialistischen Norden unseres Planeten im Kampfe für
eine bessere Welt inspiriert. Die cubanische Revolution mit Fidel Castro war immer ein Referenzpunkt
dafür, dass eine bessere Welt als Alternative zum Kapitalismus möglich ist.
Fidel Castro hat diese Zuversicht charismatisch verkörpert, hat die Revolution gelebt und
vorangetrieben, und zwar gegen alle Widerstände, Subversion und allen Terror (darunter
über 600 Attentatsversuche!) der benachbarten Supermacht USA und anderer imperialistischer
Regierungen. Er war ein Revolutionär aus der sogenannten Dritten Welt. Emanzipation
und Befreiung der Menschen hat eine unabdingbare Voraussetzung, sich von der Kontrolle
durch den Imperialismus zu befreien. Schon früh gewann Fidel die Erkenntnis, welche
große Bedeutung der Dritten Welt als eigenständiger politischer Kraft in Zukunft zukommen
würde. Fidel Castro knüpfte eine ganze Reihe persönlicher Beziehungen zu führenden Politikern
Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und er entwickelte sich zu einer der führenden und
einflussreichsten Persönlichkeiten der Dritten Welt-Bewegung. Selbst seine Feinde mussten
zähneknirschend seine standhafte Haltung gegenüber den mächtigen USA anerkennen.
Unter seiner Führung wurde Cuba zu einem Vorbild an internationalistischer Politik und Solidarität:
so beim Befreiungskampf in Angola, der das Ende des Kolonialismus und die Todesstunde
des Apartheidregimes in Südafrika einläutete, und in seiner Solidarität mit dem fortschrittlichen
Lateinamerika und dem Aufbau selbstbestimmter Gesellschaften und sozialer
Entwicklungen dort. Beispielgebend war auch Fidel Castros Kampf für den Frieden und für
Umwelt- und Klimaschutz, die durch den globalisierten neoliberalen Kapitalismus gefährdet
sind. Unvergessen seine Aussage, die immer wieder durch Taten gelebt wurde und wird:
„Wir geben nicht nur das, was wir übrig haben, sondern wir teilen, was wir haben. Das ist der
Humanismus, der die cubanische Gesellschaft prägt.“
Wir übermitteln unser herzliches Beileid an die Familienangehörigen, an die compañeras
und compañeros, an das cubanische Volk das weiterhin unter schwierigsten Bedingungen
an einer Weiterentwicklung des cubanischen Sozialismus arbeitet.
Wir werden im Geiste Fidels weiterhin unermüdlich und immer wieder neu Cuba auf seinem
Weg für die selbstbestimmte Entwicklung unterstützen und an der Seite des sozialistischen
Cuba wirken. Denn – wie Fidel Castro immer wieder betonte:
Eine bessere Welt ist möglich!
Vorstand des Netzwerk Cuba –Informationsbüro- e.V.

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von Sirko Matz

BESUCH AUS NEW YORK BEIM NETZWERK CUBA

Für drei Tage war die Direktorin der Interreligiösen Stiftung für Gemeinde-Organisierung (IFCO) aus New York City in Berlin, eingeladen vom NETZWERK CUBA. Sie leitet zugleich das Projekt „Pastoren für den Frieden“, das sich unter anderem mit zivilem Ungehorsam gegen die zerstörerische und völkerrechtswidrige Blockadepolitik der US-Administration gegen Cuba engagiert. Gail Walker führte in Berlin Gespräche mit politischen und kirchlichen Persönlichkeiten, und sie berichtete darüber, dass die US-Steuerbehörde ihre Organisation IFCO wegen ihrer Solidaritätsarbeit seit vielen Jahren unter Druck setzt und derzeit mit dem Entzug der Gemeinnützigkeit droht.
In einer Veranstaltung im Lateinamerika-Institut der FU Berlin schilderte sie zum Beispiel die jährliche stattfindenden „Friendshipment Caravans“, mit denen die Öffentlichkeit in den USA über die Beziehungen zu Cuba und die realen Verhältnisse in dem sozialistischen Land informiert werden soll, und mit der Kongressabgeordnete aufgeklärt werden sollen. Dies wird umso wichtiger, als in Zukunft ein völlig unberechenbarer, rassistischer, arroganter und ignoranter Milliardär als Präsident agieren kann. Daher wurde auch darüber gesprochen, die Kooperation zwischen den Soli-Organisationen in den USA und denen in Europa künftig zu verstärken.
Gail reiste dann weiter nach Brüssel sowie zum Europatreffen der Cuba-Solidarität nach Stockholm, an dem auch zahlreiche AktivistInnen der Cuba-Solidaritätsgruppen aus der BRD teilnehmen.
 

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von Sirko Matz

Spendenaufruf / Hilfe für Cuba wegen Schäden von Hurrikan Matthew

Liebe Cuba-Freundinnen und Cuba-Freunde,
wir freuen uns über die vielen kleinen und großen Spenden für Cuba in Folge des Hurrikans Matthew. Bis zum 23.11.2016 sind insgesamt 36.250,00 € eingegangen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Hurrikan Matthew war der schlimmste Wirbelsturm seit 9 Jahren, sogar noch stärker als "Sandy 2012", und zerstörte große Teile der Infrastruktur!" Wir werden das Geld so schnell wie möglich nach Cuba weiterleiten.
Vorstand Netzwerk Cuba

GRAFIK zu Hurrikan-Schäden in Ostkuba

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von Sirko Matz

Offener Brief des Netzwerk Cuba an Auswärtiges Amt nach dem zerstörerischen Hurrikan „Matthew“

Sehr geehrter Bundesminister Steinmeier,
die verheerenden Folgen des Hurrikans MATTHEW in Haiti, den ostcubanischen Provinzen
und Bahamas sowie Florida sind schockierend. Der Hurrikan hat trotz der aufwändigen
Schutzvorkehrungen gerade auch im Osten Cubas immense Schäden angerichtet, die regionale
Infrastruktur beschädigt und Gebäude und landwirtschaftliche Flächen zerstört. Weiter: Cuba braucht Unterstützung

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von Sirko Matz

Deine Stimme gegen die Blockade!

Seit 55 Jahren wollen die USA das sozialistische Kuba mit der längsten Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade, die je gegen ein Land verhängt wurde, in die Knie zwingen. Unterstützen Sie jetzt die Forderung zur Beendigung der Blockade. Klicke auf »VOTAR«!

Spanisch:  http://www.cubavsbloqueo.cu/es

Englisch:  http://www.cubavsbloqueo.cu/en

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von Sirko Matz

Veranstaltungsreihe: Kubas gelebte Solidarität - Ein Beispiel für Fairness & Respekt zwischen den Völkern

Das kubanische Programm internationaler Solidarität ist beispielhaft in der medizinischen Grundversorgung, bei Katastrophen und Epidemien und wird regelmäßig von WHO, UNO & UNESCO gelobt.
Dr. Diáz Bartólo berichtet vom beispielhaften Einsatz gegen die Ebola-Epidemie in Afrika.

Veranstaltungstermine & -orte:
Mo 19.09. Frankfurt 19:00h Bürgerhaus Bornheim, Arnsburger Str. 24
Di 20.09. Bonn 19:30h Außenstelle Botschaft Kubas, Kennedyallee 22
Mi 21.09. Bochum 19:30h Evangelische Stadtakademie, Westring 26c
Do 22.09. Paderborn 19:00h Kulturwerkstatt (Studio), Bahnhofstr. 64
Fr 23.09. Hamburg 19:30h UKE, Martinistraße 52, Geb. N 61, Hörsaal Anatomie
Mo 26.09. Bremen 19:30h paradox e.V. (Kommunik.Zentrum),Bernhardstr.12
Di 27.09. Braunschweig 19:00h Haus d. Kulturen,Am Nordbahnhof1A
Mi 28.09. Schwerin 19:00h Schleswig-Holstein-Haus Gartensalon,Puschkinstr.12
Do 29.09. Berlin 19:00h Café Sibylle, Karl-Marx-Allee 72
Fr 30.09. Leipzig 19:00h Papa Hemingway, Peterssteinweg 10
Di 04.10. München 19:00h Gewerkschaftshaus, Schwanthalerstr. 64
Mi 05.10. Konstanz 19:00h Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1m
Do 06.10. Marburg 19:30h DGB-Haus Marburg, Bahnhofstr. 6 

zum Flyer: http://www.netzwerk-cuba-nachrichten.de/wp-content/uploads/2016/08/DIN_lang_Flyer_Kubas_interantionalismus_CMYK_2016-08-24.pdf

 

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von Sirko Matz

Glückwunschschreiben an Fidel zum 90.

Aus Anlass des 90. Geburtstages von Fidel Castro am 13.08.2016 verfasste der Vorsitzende des Netzwerkes Cuba e.V., Harri Grünberg ein Glückwunschschreiben >>>

Pressemitteilung des Vorstands - Herzlichste Glückwünsche an Fidel Castro zum 90sten

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von Sirko Matz

Kuba-Soligruppen informieren gemeinsam

Zum UMWELTFESTIVAL 2016 der Grünen Liga nach dem Brandenburger Tor in Berlin kamen wieder weit über einhunderttausend interessierte BürgerInnen, viele davon auch an unseren gemeinsamen Infostand mehrerer Kuba-Soligruppen, wo wir viele Informationen und Materialien verteilen und interessante Dikussionen führen konnten.

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von Sirko Matz

Auf Cuba von Cuba lernen und darüber berichten!

In den Medien wird ständig über Cuba berichtet und so langsam blickst du nicht mehr durch? Du ahnst, dass die USA, nachdem sie Cuba jahrelang bekämpft und boykottiert haben nicht ernsthaft daran interessiert sein können, dem Land nun zu helfen? Dich verwirrt die widersprüchliche Berichterstattung? Dann bist du bei uns genau richtig! Wir ermöglichen jungen Menschen für mindestens fünf Monate nach Cuba zu gehen und die Entwicklungen mit eigenen Augen zu beobachten. Dabei ist es uns völlig egal, ob du gerade mit der Schule fertig bist, mitten im Arbeitsleben stehst oder ein Auslandssemester in deinem Studium machen möchtest. Was du mitbringen solltest? Interesse an Cuba und die Bereitschaft deine Erfahrungen in Form von Artikeln anderen Menschen zur Verfügung zu stellen.
www.netzwerk-cuba-nachrichten.de/tag/projekt-tamara-bunke
www.fgbrdkuba.de/soli/projekt-tamara-bunke.php

 

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von Sirko Matz

Publikation „Kubanische Gratwanderung“ von Edgar Göll

Der Beitrag „Kubanische Gratwanderung“ von Edgar Göll ist in der aktuellen Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale Politik zugänglich (Heft 4/2016, Seite 25-28):

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2016/april/kubanische-gratwanderung

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von Sirko Matz

Heinz-W. Hammer presente!

Liebe Cuba-Freundinnen und Cuba-Freunde,

am 31. März 2016 hat ein Kämpferherz aufgehört zu schlagen. Heinz-W. Hammer ist nach langer schwerer Krankheit von uns gegangen. Der Vorstand des Netzwerk Cuba trauert um einen immer aktiven, streitbaren und mit Cuba solidarischen compañero. Heinz war vor fast 25 Jahren maßgeblich an der Gründung des Netzwerk Cuba - informationsbüro - e. V. beteiligt, war schließlich Gründungsmitglied und jahrelang Vorsitzender des Netzwerk Cuba. Wir haben ihn als disziplinierten Kämpfer für die Sache Cubas sehr geschätzt und achten seine großartigen Leistungen.

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von Sirko Matz

Sonder-Pressemitteilung des Vorstands zum Besuch des US-Präsidenten in Havanna

Hello Mister Obama: yes we can!

 Der Besuch von US-Präsident Barack Obama in Havanna war historisch. Er kam in ein Land, das sich als Einziges von der Supermacht seit über 57 Jahren nicht unterkriegen ließ, das weiterhin seinen eigenständigen Weg geht. In manchen Äußerungen des US-Präsidenten war etwas wie Bewunderung zu hören für diese stolze Kultur eines José Martí und Fidel Castro.

Der Prozess der Annäherung, den Obama und der cubanische Staatspräsident Raúl Castro seit über einem Jahr verfolgen, ist schwierig. Doch erstmals ist es aufgrund der diploma-tischen Beziehungen möglich, dass die cubanische Seite ihre zahlreichen und rechtmäßigen Forderungen gegenüber den USA offiziell und „auf Augenhöhe“ vorzutragen in der Lage ist: Ende der völkerrechtswidrigen US-Blockade und der Sanktionen gegen Drittstaaten, Rückgabe von Guantanamo, Beendigung der zahlreichen Subversionen, Aufhebung der Reiseverbote und anderer Schikanen.

Obama ließ sich mit der Silhouette des CheGuevara im Hintergrund fotografieren. Er selbst hatte nichts mit dessen Tötung zu tun, aber ein früherer Präsident des Imperiums verfügte ihn. Leider entschuldigte sich Obama nicht für das Vorgehen seiner 11 Vorgänger, deren Angriffe, Attentatsversuche, Subversionen, Sabotageaktionen gegen das souveräne, befreite und sozialistische Cuba. Im eigenen Land – dem Land von „Freedom & Democracy“ gibt es so gut wie keine Kommunisten, Sozialisten und linke Gewerkschafter mehr. Da wurde ganze Arbeit geleistet.

Der US-Präsident sagte: „Das Schicksal Kubas wird nicht von den Vereinigten Staaten und auch von sonst keinem anderen Land entschieden, die Zukunft Kubas – es ist souverän und hat alles Recht darauf, den Stolz zu haben, den es hat – wird von den Kubanern und sonst niemandem entschieden.“ Wahrscheinlich meinte Obama seine Sätze ernst. Doch er reprä-sentiert einen mächtigen Apparat mit äußerst destruktiven und gefährlichen Potenzialen: NSA, CIA, DIA, Special Forces und Geheimtruppen, Cyber-War Einheiten, Söldner-heere, Drohneneinheiten, Atomwaffenarsenale, eine riesige Propagandamaschinerie, weltweit Militärstützpunkte in über 140 Staaten, seine Militärs führen Kriege in mehreren Dutzend Ländern, weitab vom „homeland“. Sie bringen selten Frieden, sondern morden und zerstören. Ein künftiger US-Präsident könnte dies unter Umständen gegen Cuba noch stärker einsetzen als bisher.

Da schütteln zwei Männer die Hände: aber an einer Hand klebt viel Blut: denn der Mann ist Chef der militärischen Supermacht, sein breites Lächeln vermag die unzähligen Morde und Zerstörungen des Imperiums nicht ungeschehen zu machen. Es ist die Hand, die Tausende von Menschen durch Kampfdrohnen ermorden lässt. Und dieser Mann fordert von Cuba Veränderungen und Einhaltung von Menschenrechten.

Obama sprach in Havanna mit einer kleinen Auswahl an Regimegegnern, von denen die meisten mit US-Geldern unterstützt werden, um die verfassungsmäßige Ordnung Cubas zu zerstören. Die Regierung Cubas ist stark genug, dieses Treffen ermöglicht zu haben. Aber weshalb hat sich Obama nicht mit den Cuban 5 getroffen, ihnen Worte der Entschuldigung überbracht, wo sie doch ungerechtfertigter Weise über 16 Jahre in US-Gefängnissen verharren mussten weil sie Angriffe gegen ihr Heimatland abwehrten, die von Florida aus geplant und ausgeübt wurden? Weshalb hat er vermieden, die Hinterbliebenen der vielen cubanischen Opfer des US-Terrors zu treffen?

Von den USA und den Mainstreammedien wird von einer beginnenden Öffnung Cubas gesprochen – was meinen sie damit nur? Cuba ist internationale bestens vernetzt und angesehen (UN-Resolutionen!), und es ist offen für alle wohlmeinenden Staaten und Organisationen, hat gute Beziehungen zu fast allen Ländern der Erde. Es geht vielmehr um eine „Öffnung“ für US-Konzerne und deren Investitionswünsche. Doch da hat Cuba eigene Standards und veranstaltet keinen Ausverkauf.

Obama kam in der Pose eines Befreiers, der zum cubanischen Volk sprach, als hätte es sich keine Regierung gewählt! Der kanadische Politikexperte Arnold August spricht daher von einem „cultural war“ gegen das sozialistische Cuba: mit Dollars und dem Aufbau einer „internen Opposition“ soll diese die cubanische Revolution wie ein Trojanisches Pferd von innen zerstören. Zielscheibe der USA sind auch die über 500.000 selbstständig Arbeitenden, die als „freie Unternehmer“ die sozialistische Kultur Cubas unterminieren sollen und daher von der US-Politik besonders unterstützt werden.

Selbstverständlich kamen „die Menschenrechte“ zur Sprache, aber nur in plumpen Klischees. Die hochrangige US-Juristin Marjorie Cohnlete hatte dazu im Vorfeld einen hochinteressanten Vergleich der Menschenrechtswirklichkeit zwischen den USA und Cuba dargestellt. Beispiel Todesstrafe: diese wird in Cuba seit vielen Jahren nicht mehr ausgesprochen oder gar ausgeführt. Demgegenüber sitzen in den USA derzeit 2.949 Menschen in den Todeszellen! Also: auch in Sachen Menschenrechte müssen die USA von Cuba lernen – insbesondere in Bezug auf soziale Menschenrechte.

Auch in Sachen „Entwicklung“ kann Obama den Cubanern nichts erzählen: Cuba gehört zu den wenigen Gesellschaften, die „nachhaltig“ leben, nicht maßlos, nicht zerstörerisch. Die USA hingegen verbrauchen ein mehrfaches an Rohstoffen (ökologischer Fußabdruck), das ihnen zusteht. Sie frönen einen maßlosen materiellen Lebensstil, auf Kosten andererVöl-ker, anderer Kulturen und auf Kosten künftiger Generationen – häufig flankiert von Kriegen und Unterdrückung. Der „American wayoflife“ ist nachweislich zerstörerisch. Die cubanische Regierung schickt Ärzte und Gesundheitspersonal in andere Länder (z.B. Ebola).

Demokratie: die politischen Führungsfiguren der USA werden von maximal einem Viertel der Bevölkerung gewählt. Aber nur, wenn zuvor Milliarden von Dollars ausgegeben worden sind und eine monatelange Medienshow durchgezogen worden ist. Das Wahlsystem in Cuba ist völlig anders geordnet, viel näher an den Bürgerinnen und Bürgern, und partizipativer aufgrund verschiedener Kanäle für Mitgestaltung.

Daher konstatieren wir: „Der begonnene Prozess der Verbesserung der Beziehungen zwi-schen Washington und Havanna ist ein großer politischer und diplomatischer Erfolg Cubas. Die USA müssen endlich ihre Strategie aufgeben, das souveräne sozialistische Cuba umstürzen zu wollen.“ Die weltweiten Solidaritätsbewegungen fordern von den USA unter anderem, die Blockade gegen Kuba zu beenden, das von US-Militär besetzte Territorium in Guantánamo an Kuba zurück zu geben, die Programme zur Destabilisierung Kubas einzu-stellen sowie Kuba für die Folgen der Blockade und desUS-Staatsterrorismus zu entschä-digen.

Nein: Cuba braucht sich von den USA nicht belehren lassen! Vielmehr sollten die nördlichen Nachbarn von Cuba lernen: Leben genießen nicht auf Kosten Anderer und ohne Zerstörung.

Das NETZWERK CUBA e.V. wird mit seinen über vierzig Cuba-Solidaritätsorganisationen und den weltweiten Partnern weiterhin dem Motto folgen:

Wir unterstützen das sozialistische Cuba –
eine „bessere Welt ist möglich!“

 

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von Sirko Matz

Analyse von Obamas Rede zur Lage der Nation vom 13.1.2016

Analyse von Arnold August (kanad. Politikwissenschaftler und Publizist) über die Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Obama (von Josie & Dirk Brüning übersetzt)

Die USA und ihre Auswärtigen Angelegenheiten. – Was Obama eigentlich gesagt hat

Von Arnold August*

Bei der alljährlichen Rede an die Nation am 13. Januar 2016 wiederholte Präsident Obama seine Kuba-Politik hinsichtlich der Beziehungen zwischen Kuba und den USA. Er sagte:

„Fünfzig Jahre der Isolation Kubas haben bei der Beförderung von Demokratie versagt und für uns einen Rückschlag in Lateinamerika bewirkt. Deshalb haben wir die diplomatischen Beziehungen wiederhergestellt – (Applaus) – das Tor zu Reisen und Handel geöffnet und uns damit in die Lage versetzt, das Leben der kubanischen Bevölkerung zu verbessern. (Applaus)“

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